Infektionsscreening zur Risikominimierung
Infektionen können in bestimmten Lebensphasen besondere Risiken darstellen. Eine gezielte Untersuchung hilft, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen.
Jetzt Termin vereinbarenWährend der Schwangerschaft ist der Schutz vor Infektionen besonders wichtig. Bestimmte Infektionen können unbemerkt verlaufen, jedoch die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinflussen. Ein gezieltes Infektionsscreening hilft dabei, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Warum ist ein Infektionsscreening in der Schwangerschaft wichtig?
Viele Infektionen verursachen bei der Mutter nur leichte oder gar keine Beschwerden, können jedoch auf das ungeborene Kind übertragen werden. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es, Komplikationen zu vermeiden oder gezielt zu behandeln.
Ziele des Screenings sind:
- Schutz der kindlichen Entwicklung,
- Vermeidung von Fehlbildungen oder Infektionen beim Neugeborenen,
- rechtzeitige Behandlung bei nachgewiesenen Erregern,
- Sicherheit für Mutter und Kind während der gesamten Schwangerschaft.
Welche Untersuchungen sind vorgesehen?
Ein Teil der Infektionsdiagnostik ist fest in den Mutterschaftsrichtlinien verankert, weitere Untersuchungen können individuell sinnvoll ergänzt werden.
Regelmäßige Untersuchungen (Kassenleistungen)
- Röteln (Antikörperstatus): zur Überprüfung des Immunschutzes.
- Syphilis-Suchtest: Bluttest auf Lues (Syphilis).
- HIV-Test: zur frühzeitigen Behandlung und Vermeidung einer Übertragung.
- Hepatitis B: routinemäßige Testung im Verlauf der Schwangerschaft.
- Chlamydien: können Komplikationen wie Frühgeburten begünstigen.
Individuell sinnvolle Zusatzuntersuchungen
- Toxoplasmose: Übertragung z. B. über rohes Fleisch oder Katzenkontakt; eine Erstinfektion kann das ungeborene Kind gefährden.
- Cytomegalie (CMV): häufige Infektion, die über engen Kontakt, z. B. mit Kleinkindern, übertragen wird.
- Windpocken (Varizellen): eine Erstinfektion in der Schwangerschaft kann zu Komplikationen führen; der Immunschutz wird bei Bedarf überprüft.
- Masern: relevant bei unklarem Impfstatus oder möglichem Kontakt, insbesondere zur allgemeinen Risikoabschätzung.
Ablauf der Untersuchung
Das Infektionsscreening erfolgt unkompliziert im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge.
Typische Maßnahmen sind:
- Blutabnahmen zur Bestimmung von Antikörpern oder Infektionen,
- Abstriche aus dem Intimbereich,
- ergänzende Kontrollen im Schwangerschaftsverlauf.
Alle Ergebnisse werden sorgfältig ausgewertet und verständlich mit Ihnen besprochen.
Was passiert bei einem auffälligen Befund?
Wird eine Infektion festgestellt, besprechen wir gemeinsam das weitere Vorgehen. In vielen Fällen kann durch eine gezielte Behandlung das Risiko für Ihr Kind deutlich reduziert werden.
Mögliche Maßnahmen:
- Medikamentöse Therapie,
- engmaschigere Kontrollen,
- individuelle Beratung zu Verhaltens- und Schutzmaßnahmen.
Sicherheit für Sie und Ihr Kind
Ein gezieltes Infektionsscreening trägt wesentlich dazu bei, Risiken in der Schwangerschaft zu minimieren. Durch frühzeitige Diagnostik und individuelle Betreuung schaffen wir die Grundlage für eine gesunde Entwicklung Ihres Kindes.
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