5 Mythen über die Blasenentzündung
Warum zieht und zwickt es immer wieder beim Wasserlassen? Und sind wirklich immer nur Frauen betroffen? Über Harnwegsinfektionen kursiert viel Irrglaube. Was ist wahr und wobei handelt es sich nur um ein Gerücht? Wir decken’s auf. 1. Ein reines Frauenleiden....
Warum zieht und zwickt es immer wieder beim Wasserlassen? Und sind wirklich immer nur Frauen betroffen? Über Harnwegsinfektionen kursiert viel Irrglaube. Was ist wahr und wobei handelt es sich nur um ein Gerücht? Wir decken’s auf.
1. Ein reines Frauenleiden.
Stimmt nur insofern, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Jede Dritte hat Erfahrungen mit einer Blasenentzündung. Manche plagen sich damit sogar mehrfach im Jahr. Dass Frauen tendenziell anfällig dafür sind, hat anatomische Gründe. Die weibliche Harnröhre ist zehn Mal kürzer als die männliche. Keime – meist aus dem Darm – gelangen daher ohne große Umwege dahin, wo sie nicht hingehören: in die Blase. Und dort lösen sie die Entzündung aus. Dass Männer grundsätzlich geschützt sind, ist jedoch nicht richtig. Im Alter und wenn die Prostata Probleme macht, lernen auch die Herren der Schöpfung das krampfige Tröpfeln auf der Toilette kennen.
2. Unbedingt ein Antibiotikum nehmen.
Nein, längst nicht immer! Mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, kann aus medizinischer Sicht sogar kontraproduktiv sein. Denn kommen Antibiotika zu häufig zum Einsatz, verlieren sie womöglich ihre Wirksamkeit. Bei einer leichten Blasenentzündung kann auch die Natur helfen: Bärentraube, Goldrute und Kapuzinerkresse spülen die Bakterien nicht nur aus der Blase, sondern töten sie auch zuverlässig ab. Auf natürliche Weise können Sie einer Blasenentzündung sogar vorbeugen, etwa mit Cranberry oder dem Wirkstoff D-Mannose. Fragen Sie danach in Ihrer Apotheke.
3. Blasenentzündung ist »Pipifax«.
Meistens verläuft sie unkompliziert, weil sie sich gut behandeln lässt. Dabei ist jedoch Konsequenz gefragt. Denn wer sich nicht auskuriert, läuft Gefahr, die Keime sozusagen zu »verschleppen«. Eine Zystitis, wie man in der Medizinwelt sagt, kann chronisch werden und fließend in eine Reizblase übergehen. Schlimmstenfalls steigen die Erreger von der Blase zu den Nieren auf. Mit einer Nierenbeckenentzündung ist wahrlich nicht zu spaßen. Bei Flankenschmerzen und Fieber, dazu Blut im Urin, gehen Sie zum Arzt.
4. Mangelnde Hygiene ist schuld.
Im Gegenteil. Denn in Sachen Intimpflege ist oft weniger mehr. Vor allem Frauen glauben, sich mit peniblem Waschen etwas Gutes zu tun. Alkalische Seifen oder Duschgele bringen jedoch das saure Vaginalmilieu aus dem Gleichgewicht. Verwenden Sie lieber spezielle Waschlotionen mit einem niedrigen pH-Wert, angereichert mit Milchsäure oder pflanzlichen Pflegestoffen wie Kamille, Ringelblume oder Hamamelis.
5. Blasenentzündungen sind ansteckend.
Eher nicht. Eine Schmierinfektion über verdreckte Oberflächen ist zwar denkbar, aber selten. Die Gefahr, sich von Mensch zu Mensch anzustecken, ist ebenfalls relativ gering – außer beim Geschlechtsverkehr. Dann sind es allerdings die eigenen Darmbakterien, die bei der Frau eine Blasenentzündung hervorrufen. Die Ursache ist also weniger in der Umwelt zu suchen, sondern in uns selbst. Brennt es bereits in der Blase? Dann verzichtet frau für diese Zeit lieber auf den Liebesakt. Jede Reizung verschlimmert die Beschwerden. Dass sich die Keime auf den Mann übertragen, ist theoretisch denkbar, kommt aber kaum vor.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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